Ich reise sehr gerne und kann Herrn Ertlers nur zustimmen. Auf meinen Reisen lernte ich immer wieder interessante Menschen kennen und habe durch die Gespräch mit diesen Menschen mein eigenes Weltbild immer wieder anpassen müssen an die aktuellen Erkenntnisse, die ich durch Gespräche mit den Menschen erlangt habe. Natürlich bestätigt man auch gern irgend welche Vorurteile, aber die kommen ja auch nicht von ungefähr. Wenn man bspw. in Südafrika die Townships gesehen hat und einem bewußt wird, daß es purer Zufall ist, das man hier in Mitteleuropa geboren wurde und nicht dort unten, so weiß man unsere Wohlstands Hölle hier gleich ganz anders zu schätzen. In der Zeit von 1998 bis 2017 war ich Dank Schichtdienst sehr viel unterwegs in fast ganz Europa, sowie aussereuropäisch zb in Australien, Südafrika, der Türkei, und in Namibia. Die Reisen hatte ich hauptsächlich wegen meines Hobbys, Gleitschirm fliegen unternommen und dabei habe ich "zwangsläufig" und zum Glück auch das wandern für mich entdeckt.
Wenn es bei Euch keine finanzielle Frage ist (denn das ist ja letztlich auch nur eine private Luxus Frage), falls Ihr also nicht jeden Tag in einem richtigen Bett schlafen müßt, dann wartet nicht zu lange mit der großen Reise. Den richtigen Zeitpunkt gibt es eh nicht, ist zumindest meine Erfahrung :)
Entweder habt Ihr Zeit und kein Geld oder Geld und keine Zeit. Wenn man erst Mal richtig im Berufsleben steckt oder Kinder bekommen hat, reist man in der Regel nicht mehr so einfach für längere Zeit in die Welt, bzw. hat dann völlig andere Prioritäten bei der Art und den Zielen der Reise. Es gibt auch Menschen, die mit Kleinkindern die Welt entdecken, auch das geht. Aber dann ist man auf einer anderen Art und Weise unterwegs.
Und wenn man älter wird, tut man sich meistens schwerer, längere Strecken zurückzulegen, sei es mit dem Schiff oder dem Flugzeug.
Und bis zur Rente warten, ist ja auch keine wirkliche Lösung. Denn ein Rentner macht in der Regel anders Urlaub, als ein 20jähriger. Gibt natürlich Ausnahmen. Aber in der Regel sitzen die ü60 Menschen auf einem Dampfer oder fahren mit dem Senioren Bus durch die Gegen. Macht Euch eine gescheite Vorplanung und dann auf in die Welt. Dank Smartphone und Internet ist es heute ja alles sehr viel einfacher geworden mit Planung, Buchung und Information.
Die Sicherheit wird eh meistens falsch eingeschätzt, da man immer von Europäischen Verhältnissen ausgeht. Viele Reiseberichte zeigen ganz andere Probleme, bei Reisen in die sogenannte dritte Welt (ein fürchterlicher Begriff aus der Kolonialzeit, finde ich). Natürlich passieren immer wieder schlimme Sachen. Aber man darf dabei die Verzerrung durch die Medien nicht vergessen. Da wird immer über die Abweichung von der Norm berichtet und nicht das alltägliche, was meistens passiert: nichts. Dadurch, das überall ein Handy filmt, kommen schlechte Bilder beinahe sofort in Umlauf. Das jeden Tag unendlich viel Gutes passiert, darüber berichten leider sehr wenige Medien.
Ein wichtiger Punkt, der mir bei meinen Reisen immer wieder auffiel, man sollte sich mit seiner begleitenden Technik auseinander gesetzt haben, damit im Ernstfall auch alles funktioniert wie gewünscht. Wie wechsle ich eine SIM Karte im Handy, hab ich eine Powerbank und die richtigen Kabel und Ladegeräte dabei. Welche PIN und PUK hat mein Mobilphone und hab ich eine Büroklammer o.ä. fürs Smartphone dabei, um ggfs. die SIM Karte zu wechseln? Neuerdings ist die E-Sim eine bequemere Möglichkeit. Ein einfaches Ersatzhandy mit eingespeicherten Kontakten für den Notfall ist auch überlegenswert. Kontakte auch in Papierform sind sehr empfehlenswert. Und ein Taschenmesser (ich hatte da zum Glück so ein Schweizer Markenprodukt dabei, das oftmals extrem hilfreich war :) sollte unbedingt im Gepäck sein. Allerdings wenn Ihr fliegt, bitte nicht ins Handgepäck stecken, die Sicherheitsleute am Flughafen finden es und ihr müsst es beim CheckIn zurücklassen. Euer Koffe ist ja schon eingecheckt, wenn Ihr am Sicherheitscheck vorm Gate überprüft werdet. Es wäre echt schade um das gute Stück.
Die Kontaktdaten seiner Bank und Versicherungen sollte man auch parat haben. Da ist eine Notfallcard. die Ihr Euch hier runterladen könnt, ganz hilfreich. Beim auswärtigen Amt gibt es noch eine Empfehlung für eine Reiseapotheke.
Auch eine Liste mit privaten Kontakten und evt sogar eine Patientenverfügung ist sehr zu empfehlen, gerade bei längeren Reisen und wenn man unterwegs Risikosport betreiben möchte. Denn ist man nicht verheiratet, muss einem als Mitreisende(r) der behandelnde Arzt vor Ort keine Auskunft geben. Das wird ausserhalb Deutschlands alles etwas laxer gehandhabt, aber ihr könnt ja auch in der Fränkischen Schweiz vom Felsen stürzen. Blöd, wenn dann niemand weiß, wer zu verständigen ist.
Wenn man nett fragt, finden sich auch immer hilfsbereite Menschen unterwegs, die manchmal auch nur den richtigen Ratschlag hatten, damit man erst Mal weiter kommt.
Darum, nicht zu lange grübeln, was alles schief gehen kann, einfach machen.
Meine Südafrika Reise (2003) ist schon etwas her, aber hat vielleicht noch den einen oder anderen interessanten Tipp für Euch. Hier am Ende dieser Seite habe ich noch einige interessante Reise Seiten verlinkt, die mir gefallen haben. Wenn Ihr noch Tipps habt, immer her damit.
Über eine eMail mit Meinung, Anregungen oder Verbesserungen oder Tipps für andere (oder Eure eigene) Websites, die hier unbedingt noch erwähnt werden sollten, würde ich mich freuen.
Viel Spaß beim stöbern.
hier findet Ihr Bilder meiner kleinen Rad Touren durchs schöne Rhein-Main Gebiet